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Was ist ein Bullenmarkt? Bullen- vs. Bärenmarkt einfach erklärt

Grundlagen
7 Min. Lesezeit
Von ScreenerHub Team

Was ist ein Bullenmarkt (und Bärenmarkt)?

Ein Bullenmarkt ist eine längere Phase, in der der breite Aktienmarkt steigt, die Anlegerstimmung besser wird und die Risikobereitschaft insgesamt hoch bleibt. Ein Bärenmarkt ist das Gegenteil: eine anhaltende Phase fallender Kurse, schwächerer Stimmung und größerer Vorsicht.

Diese Begriffe beschreiben das allgemeine Marktumfeld und nicht nur eine einzelne starke Aktie oder eine gute Woche. Wenn Anleger von einem Bullenmarkt sprechen, meinen sie meist, dass große Indizes wie der S&P 500 oder die Nasdaq aufwärts tendieren und viele Aktien an diesem Anstieg teilnehmen.

Kurzfassung: Ein Bullenmarkt bedeutet ein insgesamt freundliches Marktumfeld mit steigenden Kursen, besserer Stimmung und stärkerem Leadership in riskanteren Marktsegmenten. Ein Bärenmarkt bedeutet ein schwächeres Umfeld, in dem Aufwärtsbewegungen oft weniger verlässlich sind. In ScreenerHub können Sie bullische Marktführer screenen, indem Sie Relative Strength, gleitende Durchschnitte und 52-Wochen-Hoch/Tief kombinieren.


Warum Bullen- und Bärenmärkte wichtig sind

Viele Einsteiger schauen zuerst nur auf einzelne Unternehmen. Das ist sinnvoll, übersieht aber eine wichtige Wahrheit: Dieselbe Aktie kann sich je nach Marktregime völlig unterschiedlich verhalten.

In einem Bullenmarkt sind Anleger meist eher bereit, für Wachstum, Momentum und Zukunftspotenzial zu bezahlen. In einem Bärenmarkt werden sie oft selektiver, achten stärker auf robuste Bilanzen und bestrafen selbst kleine Enttäuschungen härter. Der breite Trend beeinflusst Bewertung, Volatilität und die Wahrscheinlichkeit, dass gute Aktien weiter funktionieren.

Genau deshalb ist Markt-Kontext wichtig, bevor Sie mit dem Screening beginnen. Ein starkes Unternehmen kann in einem schwachen Markt trotzdem leiden. Ein nur ordentliches Unternehmen kann in einem starken Markt weiter steigen, weil Kapital allgemein in Risikoanlagen fließt.

Marktregime ignorierenMarktregime als Kontext nutzen
Jede Bewegung wirkt unternehmensspezifischSie sehen, ob der breite Markt hilft oder bremst
Rücksetzer wirken zufälligKorrekturen lassen sich im größeren Trend besser lesen
Risiko kann unbemerkt steigenPositionsgrößen und Erwartungen werden realistischer
Screens liefern auch schwache SetupsSie fokussieren sich auf Aktien im Einklang mit dem Umfeld

Bullenmarkt vs. Bärenmarkt

Es gibt keine einzelne offizielle Formel für jede Marktphase, aber in der Praxis gilt oft folgende Konvention: Ein Bärenmarkt beschreibt häufig einen Rückgang von 20 % oder mehr von einem jüngsten Hoch in einem wichtigen Index. Ein Bullenmarkt beginnt nach einer tragfähigen Erholung von diesen Tiefs.

MarktphaseTypisches BildÜbliche Anlegerstimmung
BullenmarktSteigende Indizes, bessere Marktbreite, Leadership bei starken AktienOptimistisch, risikofreudig
BärenmarktFallende Indizes, schwächere Marktbreite, häufig scheiternde RallyesDefensiv, vorsichtig, ängstlich
ÜbergangsphaseUnruhiger Verlauf, gemischtes Leadership, unsicherer TrendZögerlich, gespalten

Entscheidend sind Breite und Dauer. Eine einzelne scharfe Rallye macht noch keinen Bullenmarkt. Eine schlechte Woche macht noch keinen Bärenmarkt. Relevant ist, ob sich der breite Trend dreht und ob viele Aktien diese Veränderung bestätigen.

Ein einfaches Marktzyklus-Beispiel

Stellen Sie sich vor, ein Marktindex steigt innerhalb eines Jahres von 4.000 auf 5.000 Punkte. Das entspricht einem Plus von 25 %. Wenn mehr Sektoren mitziehen, Rücksetzer begrenzt bleiben und führende Aktien weiter neue Hochs markieren, ist das typisches Bullenmarkt-Verhalten.

Fällt derselbe Index später von 5.000 auf 3.900 Punkte, entspricht das einem Rückgang von 22 %. Wenn Erholungen schnell wieder scheitern und mehr Aktien unter ihre langfristigen Trendlinien fallen, würden Anleger dieses Umfeld meist als Bärenmarkt bezeichnen.

Die Zahlen sind wichtig, aber das Verhalten des Marktes ist genauso entscheidend.


Wie man einen Bullenmarkt erkennt

Bullenmärkte lassen sich nicht mit einem einzigen Zaubersignal identifizieren. Anleger achten meist auf mehrere unterstützende Hinweise gleichzeitig.

Häufige Signale eines Bullenmarkts

SignalWas es typischerweise andeutet
Wichtige Indizes notieren über dem 200-Tage-DurchschnittDer langfristige Trend ist positiv
Mehr Aktien markieren neue Hochs als neue TiefsDie Marktbreite verbessert sich
Zyklische Sektoren übernehmen LeadershipAnleger neigen stärker zu Wachstum und Risiko
Rücksetzer werden relativ schnell gekauftKäufer nutzen Schwäche aktiv
Gewinnerwartungen stabilisieren sich oder steigenDas Makro-Umfeld wird freundlicher

Kontext ist entscheidend: Auch Bullenmärkte enthalten scharfe Korrekturen, schlechte Nachrichten und Sector Rotations. Es geht nicht darum, jede Schwankung perfekt vorherzusagen. Es geht darum zu erkennen, ob der dominante Trend weiterhin aufwärts gerichtet ist.

Hier wird auch Sector Rotation relevant. Früh in einer Erholung führen oft andere Gruppen als später im Zyklus. Ein Bullenmarkt ist meist am stärksten, wenn Leadership breiter wird und nicht nur auf wenigen beliebten Aktien ruht.


Was ein Bullenmarkt für die Aktienauswahl bedeutet

Ein Bullenmarkt bedeutet nicht, dass jede Aktie automatisch ein guter Kauf ist. Schwache Unternehmen können weiterhin deutlich underperformen, und überhypte Titel können selbst in steigenden Märkten stark einbrechen.

Was sich ändert, sind die Wahrscheinlichkeiten. Trendfolgende und wachstumsorientierte Filter funktionieren oft besser, wenn der breite Markt unterstützt. Breakouts halten häufiger. Aktien nahe ihrer Hochs sind seltener sofortige Fallen. Momentum-Strategien haben meist ein leichteres Umfeld als in einem Bärenmarkt.

Deshalb kombinieren viele Anleger Markt-Kontext mit Einzeltitel-Filtern. Zuerst beurteilen sie, ob das Umfeld freundlich ist. Danach suchen sie nach Aktien mit starker relativer Performance, gesunden Trends und brauchbarer Unternehmensqualität.


Bullenmärkte im Aktien-Screener

Sie screenen nicht direkt nach einem einzelnen Feld namens "Bullenmarkt". Stattdessen suchen Sie nach Aktien, die sich so verhalten, wie starke Aktien sich oft in einem Bullenmarkt verhalten: Sie outperformen, bleiben über wichtigen gleitenden Durchschnitten und handeln nahe ihrer Hochs.

Starten Sie in ScreenerHub Studio mit einem Trendstärke-Filter wie Relative Strength (Levy). Ergänzen Sie danach Bestätigung über gleitende Durchschnitte und die Kursposition innerhalb der 52-Wochen-Range.

Screener 1: Marktführer im Bullenmarkt

Nutzen Sie diesen Screen, um Aktien zu finden, die sich in einem starken Markt bereits wie Leader verhalten.

FilterEinstellung
Relative Strength (Levy)> 1,05
Kurs vs. 200-Tage-SMADarueber
% vom 52-Wochen-Hoch>= -10%
Marktkapitalisierung> 500 Mio. $

Dieses Setup reduziert Ihre Liste auf Aktien mit Trend-Bestätigung und sichtbarem Price Leadership. Es passt gut zu einem Momentum-Workflow wie Find Momentum Stocks Using Trend Strength.

-> Diesen Screen in ScreenerHub testen: Relative Strength (Levy) > 1,05 ->

Screener 2: Ruecksetzer innerhalb eines Aufwaertstrends

Nutzen Sie diesen Screen, wenn Sie gesunde Aktien suchen, die noch nicht komplett ueberdehnt wirken.

FilterEinstellung
Kurs vs. 200-Tage-SMADarueber
Kurs vs. 50-Tage-SMADarueber
RSI (14)45 - 65
Umsatzwachstum> 0 %

Damit vermeiden Sie, den heissesten Titeln hinterherzulaufen, bleiben aber trotzdem innerhalb des breiteren Bullenmarkt-Trends.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio mit Relative Strength, Kurs vs. 200-Tage-SMA und % vom 52-Wochen-Hoch, um Leader im Bullenmarkt zu finden] -->


Haeufige Fehler beim Umgang mit dem Begriff Bullenmarkt

  1. Jede Rallye als Bullenmarkt zu bezeichnen. Auch in Baerenmaerkten gibt es starke Zwischenerholungen. Achten Sie auf Dauer und breite Teilnahme.
  2. Eine einzelne Gewinneraktie mit einem gesunden Gesamtmarkt zu verwechseln. Einige Mega-Caps koennen schwache Marktbreite leicht verdecken.
  3. Risikoregeln zu lockern, weil sich der Markt leicht anfuehlt. Gerade in guten Phasen wird Sorglosigkeit oft spaeter bestraft.
  4. Die schwaechsten Aktien zu kaufen, weil "ohnehin alles steigt". Leadership bleibt wichtig. Auch starke Maerkte haben klare Verlierer.
  5. Bewertung und Unternehmensqualitaet zu ignorieren. Ein freundliches Umfeld verbessert die Chancen, ersetzt aber keine solide Analyse.

Haeufig gestellte Fragen

Wann beginnt offiziell ein Bullenmarkt?

Es gibt kein einzelnes, regulatorisch festgelegtes Startdatum. In der Praxis sprechen Anleger oft dann von einem Bullenmarkt, wenn sich ein breiter Index nach einem starken Rueckgang nachhaltig erholt, haeufig nach einem Anstieg von 20 % oder mehr vom bedeutenden Tief. Wichtiger als das Label ist, ob Trend und Marktbreite wirklich besser geworden sind.

Bedeutet ein Bullenmarkt, dass jede Aktie steigt?

Nein. Auch in starken Maerkten bleiben manche Aktien wegen schwacher Gewinne, hoher Verschuldung, unguenstiger Sektorpositionierung oder nachlassendem Interesse zurueck. Ein Bullenmarkt verbessert das Grundumfeld, ersetzt aber keine Aktienauswahl.

Gibt es Rallyes innerhalb eines Bärenmarkts?

Ja. Baerenmaerkte enthalten oft scharfe Aufwaertsbewegungen, die attraktiv wirken, aber schnell wieder scheitern. Deshalb beobachten Anleger laengerfristige Trendmasse wie den 200-Tage-Durchschnitt und die Marktbreite und nicht nur eine schnelle Gegenbewegung.

Wie unterscheidet sich ein Bullenmarkt von einer Blase?

Ein Bullenmarkt ist zunaechst nur ein anhaltender Aufwaertstrend im breiten Markt. Eine Blase ist eine extremere Situation, in der sich Preise stark von Fundamentaldaten loesen und Spekulation dominiert. Nicht jeder Bullenmarkt wird zur Blase, auch wenn manche Blasen innerhalb von Bullenmaerkten entstehen.


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