Zur Wissensdatenbank

Was ist das KGV? So nutzen Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um unterbewertete Aktien zu finden

Bewertung
15 Min. Lesezeit
Von ScreenerHub Team

Was ist das KGV?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, wie viel Anleger für jeden Dollar Gewinn eines Unternehmens bezahlen. Es wird berechnet, indem der aktuelle Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie (EPS) geteilt wird. Gleichzeitig ist es die am häufigsten verwendete Bewertungskennzahl im Aktien-Screening.

extKGV=AktienkursGewinn je Aktie (EPS)ext{KGV} = \frac{\text{Aktienkurs}}{\text{Gewinn je Aktie (EPS)}}

Eine Aktie, die bei 100 $ notiert und ein EPS von 5 $ erzielt, hat ein KGV von 20. Das bedeutet: Anleger zahlen 20 $ für jeden 1 $ Jahresgewinn. Eine Aktie bei 50 $ mit einem EPS von 10 $ hat dagegen ein KGV von 5. Anleger zahlen also nur 5 $ pro 1 $ Gewinn.

Das KGV beantwortet eine grundlegende Frage: Wie teuer ist diese Aktie im Verhältnis zu ihrem Gewinn?

Kurz gesagt: Das KGV zeigt Ihnen, wie viel Sie pro Dollar Unternehmensgewinn bezahlen. Ein niedriges KGV deutet auf eine günstigere Aktie hin, ein hohes KGV signalisiert höhere Wachstumserwartungen des Marktes. Es ist der Ausgangspunkt für fast jeden bewertungsbasierten Aktien-Screen und zugleich einer der beliebtesten Filter auf ScreenerHub.


Warum das KGV für Anleger wichtig ist

Jeder Investor, ob beim ersten Aktienkauf oder beim Verwalten eines siebenstelligen Portfolios, steht vor derselben Frage: Ist diese Aktie ihren Preis wert?

Der Umsatz kann wachsen, obwohl die Aktie bereits überteuert ist. Ein Unternehmen kann profitabel sein und trotzdem zum aktuellen Kurs kein gutes Investment sein. Das KGV reduziert dieses Rauschen, indem es direkt vergleicht, was Sie bezahlen (Preis) und was Sie dafür bekommen (Gewinn).

Darum taucht es in fast jeder Investmententscheidung auf:

  • Sofortiger Bewertungscheck. Eine einzige Zahl zeigt Ihnen, ob eine Aktie gemessen an ihrem Gewinn günstig, fair bewertet oder teuer ist.
  • Bessere Vergleichbarkeit. Sie können eine 15-$-Aktie mit einer 500-$-Aktie vergleichen, weil der absolute Kurs keine Rolle spielt.
  • Strategische Grundlage. Value-Investoren screenen nach niedrigem KGV. Wachstumsinvestoren akzeptieren ein höheres KGV im Tausch gegen Gewinnmomentum. Das KGV trennt diese Ansätze.
  • Historischer Kontext. Wenn Sie die Entwicklung des KGVs über die Zeit verfolgen, sehen Sie, ob die Aktie über oder unter ihrem eigenen historischen Durchschnitt gehandelt wird. Das ist oft ein Hinweis darauf, dass sich etwas verändert hat.

So berechnen Sie das KGV

Die Formel ist einfach, entscheidend sind jedoch die Eingabewerte:

extKGV=Marktpreis je AktieGewinn je Aktie (EPS)ext{KGV} = \frac{\text{Marktpreis je Aktie}}{\text{Gewinn je Aktie (EPS)}}

Beispiel:

  • Aktienkurs: 150 $
  • EPS (letzte zwölf Monate): 7,50 $
  • KGV: 150 $ ÷ 7,50 $ = 20,0

Das bedeutet: Der Markt bewertet das Unternehmen mit dem 20-Fachen seines Jahresgewinns.

Trailing KGV vs. Forward KGV

Es gibt zwei Versionen des KGVs und sie beantworten unterschiedliche Fragen:

TypVerwendetes EPSAussageGeeignet für
Trailing KGVTatsächlicher Gewinn der letzten 12 MonateWas Anleger auf Basis realer Ergebnisse bezahlt habenScreening der aktuellen Bewertung
Forward KGVAnalystenschätzungen für die nächsten 12 MonateWas Anleger voraussichtlich auf Basis von Prognosen zahlenEinordnung von Wachstumserwartungen

Das Trailing KGV basiert auf Fakten, also bereits gemeldeten Gewinnen. Das Forward KGV basiert auf Prognosen, also Analystenkonsens, der richtig oder falsch sein kann.

Auf ScreenerHub verwendet der KGV-Filter standardmäßig die Gewinne der letzten zwölf Monate. Ihre Screens basieren damit auf tatsächlichen Finanzdaten statt auf Schätzungen.

Tipp: Wenn das Forward KGV eines Unternehmens deutlich unter dem Trailing KGV liegt, erwarten Analysten steigende Gewinne. Liegt das Forward KGV höher, rechnen sie mit sinkenden Gewinnen. Der Vergleich der beiden Werte gibt Ihnen schnell ein Gefühl für die Markterwartung.


Was ist ein "gutes" KGV?

Das ist die häufigste Frage und es gibt darauf keine universelle Antwort. Ein "gutes" KGV hängt vollständig vom Kontext ab: Branche, Wachstumsrate, Marktumfeld und Ihrer Investmentstrategie.

Trotzdem gibt es einige sinnvolle Orientierungspunkte:

Allgemeine KGV-Bereiche

KGV-BereichWas das in der Regel bedeutetTypische Beispiele
Unter 10Klassischer Deep-Value-Bereich. Der Markt erwartet niedrige oder sinkende Gewinne oder die Aktie ist tatsächlich sehr günstig.Zyklische Aktien in Abschwüngen, Turnaround-Kandidaten
10 – 15Klassischer Value-Bereich. Die Aktie ist im Verhältnis zu ihrem Gewinn moderat bewertet.Reife Unternehmen, Versorger, Banken
15 – 25Faire bis moderate Bewertung. Der Markt erwartet solides Wachstum.S&P-500-Durchschnitt (historisch etwa 15–18), etablierte Tech-Werte
25 – 40Wachstumsaufschlag. Anleger zahlen mehr, weil sie mit beschleunigtem Gewinnwachstum rechnen.Schnell wachsende SaaS-Unternehmen, starke Konsummarken
Über 40Sehr hohe Erwartungen. Das Unternehmen muss kräftiges Gewinnwachstum liefern, um den Preis zu rechtfertigen.Hypergrowth-Tech, Marktführer mit dominanter Stellung
NegativDas Unternehmen schreibt Verluste. Das KGV ist dann nicht sinnvoll. Nutzen Sie stattdessen KUV oder EV/Umsatz.Noch unprofitable Start-ups, zyklische Unternehmen im Abschwung

KGVs nach Sektor (Durchschnittswerte am US-Markt)

KGVs unterscheiden sich stark von Sektor zu Sektor. Ein Tech-Unternehmen mit einem Versorger zu vergleichen, ist ohne Branchenkontext wenig aussagekräftig.

SektorTypischer KGV-BereichWarum
Technologie25 – 40+Hohe Wachstumserwartungen, skalierbare Geschäftsmodelle
Gesundheitswesen20 – 35Pipeline-Wert, patentgeschützte Umsätze
Nicht-zyklischer Konsum18 – 30Zyklisch, von Konjunktur und Konsumlaune abhängig
Finanzwerte10 – 18Reguliert, geringeres Wachstum, kapitalintensiv
Versorger12 – 20Stabile Cashflows, attraktiv für Dividendeninvestoren
Energie8 – 18Zyklisch, rohstoffabhängig, schwankende Gewinne
Immobilien (REITs)15 – 25KGV ist hier weniger hilfreich, besser FFO-basierte Kennzahlen nutzen
Industrie15 – 22Moderates Wachstum, Zyklen hängen an Investitionsausgaben

Die Kernaussage: Vergleichen Sie das KGV einer Aktie immer mit dem Durchschnitt ihres Sektors, nicht mit dem Gesamtmarkt. Ein KGV von 30 ist bei Technologie normal. Ein KGV von 30 bei Versorgern wäre auffällig.

Auf ScreenerHub können Sie den KGV-Filter mit Sektor- und Branchenfiltern kombinieren, damit Ihre Bewertungsvergleiche wirklich sinnvoll werden.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio — P/E ratio filter set to 5–15, combined with a Sector filter set to "Financials", showing filtered results] -->


So nutzen Sie das KGV beim Aktien-Screening

Das KGV wird besonders nützlich, wenn Sie es in einem Aktien-Screener mit anderen Kennzahlen kombinieren. Hier sind vier praktische Screens, die Sie auf ScreenerHub aufbauen können:

Screener 1: Klassische Value-Aktien

Finden Sie etablierte Unternehmen, die mit Abschlag auf ihren Gewinn gehandelt werden.

FilterEinstellung
KGV5 – 15
Marktkapitalisierung> 1 Mrd. $
ROE> 10 %
Debt-to-Equity< 0,5

Dieser Screen zielt auf profitable, finanziell solide Unternehmen, die der Markt konservativ bewertet. Das ist ein sinnvoller Startpunkt, wenn Sie eine Value-Strategie verfolgen.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio — value screen with P/E 5–15, Market Cap > $1B, ROE > 10%, Debt/Equity < 0.5 applied, showing matching results] -->

Screener 2: Growth at a Reasonable Price (GARP)

Identifizieren Sie Unternehmen mit starkem Wachstum, die noch nicht zu extremen Bewertungsmultiples gehandelt werden.

FilterEinstellung
KGV10 – 25
Umsatzwachstum (1J)> 15 %
Gewinnwachstum> 10 %
Bruttomarge> 40 %

GARP liegt zwischen Value- und Growth-Investing. Sie akzeptieren eine höhere Bewertung als ein Deep-Value-Investor, verlangen dafür aber echtes Gewinnwachstum zur Rechtfertigung des Preises.

Screener 3: Dividendenwert

Finden Sie Dividendenaktien, die gleichzeitig attraktiv bewertet sind.

FilterEinstellung
KGV8 – 20
Dividendenrendite3 % – 7 %
Ausschüttungsquote< 70 %
Debt-to-Equity< 1,0

Ein niedriges KGV in Kombination mit einer nachhaltigen Dividendenrendite kann auf eine Aktie hinweisen, die Sie fürs Warten bezahlt. Der Filter für die Ausschüttungsquote stellt sicher, dass die Dividende nicht über Schulden finanziert wird. Das passt gut zu einer Dividendenstrategie.

Screener 4: Sektorvergleiche

Vergleichen Sie KGVs innerhalb eines einzelnen Sektors, um die günstigsten Aktien einer Branche zu finden.

FilterEinstellung
SektorTechnologie (oder beliebig)
KGVUnter dem Sektordurchschnitt
Umsatzwachstum (1J)> 5 %
Marktkapitalisierung> 500 Mio. $

Dieser Ansatz ist besonders hilfreich, wenn Sie bereits eine klare Sektormeinung haben. Sie wissen also, wo Sie investieren möchten, und nutzen das KGV, um den besten Wert innerhalb dieses Sektors zu finden.

Jetzt ausprobieren: Öffnen Sie das Screener Studio und fügen Sie einen KGV-Filter hinzu. Stellen Sie ihn auf 5 bis 15 und ergänzen Sie anschließend eine Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. $. So haben Sie in weniger als 30 Sekunden einen funktionierenden Value-Screen.


Die blinden Flecken des KGVs

Das KGV ist aus gutem Grund die beliebteste Bewertungskennzahl: Es ist intuitiv, breit verfügbar und in den meisten Branchen nützlich. Trotzdem hat es klare Grenzen, die Sie kennen sollten.

1. Gewinne lassen sich beeinflussen

Unternehmen haben bei der Gewinnberichterstattung einen gewissen Spielraum. Bilanzierungsentscheidungen rund um Abschreibungen, aktienbasierte Vergütung, Einmaleffekte oder Umsatzrealisierung beeinflussen den Gewinn je Aktie und damit direkt das KGV.

Abhilfe: Kombinieren Sie das KGV mit Kurs-Free-Cashflow (P/FCF). Cashflow ist schwerer zu manipulieren und deshalb oft die robustere Kennzahl.

2. Negative Gewinne machen die Kennzahl unbrauchbar

Wenn ein Unternehmen Verluste schreibt, ist das EPS negativ und das KGV wird bedeutungslos oder negativ. Viele wachstumsstarke Tech-Unternehmen und junge Firmen haben deshalb kein sinnvoll nutzbares KGV.

Abhilfe: Verwenden Sie bei unprofitablen Unternehmen stattdessen Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder EV/Umsatz.

3. Zyklische Geschäftsmodelle verzerren das Bild

Bei Unternehmen aus zyklischen Branchen wie Energie, Bergbau oder Automobil schwanken die Gewinne stark mit dem Konjunkturzyklus. Ein niedriges KGV am Hochpunkt des Zyklus kann in Wirklichkeit ein Warnsignal sein, weil die Gewinne kurz vor dem Rückgang stehen.

Abhilfe: Nutzen Sie das Shiller-KGV (CAPE), das 10 Jahre inflationsbereinigte Gewinne mittelt, oder bewerten Sie den gesamten Zyklus statt eines einzelnen Jahres.

4. Schulden bleiben außen vor

Zwei Unternehmen können das gleiche KGV haben, obwohl eines schuldenfrei ist und das andere hoch verschuldet. Das KGV betrachtet nur Eigenkapitalwert und Gewinn, nicht aber die Finanzierungsstruktur.

Abhilfe: Ergänzen Sie in Ihrem Screen einen Debt-to-Equity-Filter oder nutzen Sie EV/EBITDA, weil darin Schulden über den Enterprise Value berücksichtigt werden.

5. Wachstum bleibt unberücksichtigt

Ein KGV von 10 kann ein Schnäppchen sein oder eine Value Trap. Ohne zu wissen, ob Gewinne wachsen, stagnieren oder fallen, bleibt das KGV unvollständig.

Abhilfe: Kombinieren Sie es mit Filtern für Umsatz- und Gewinnwachstum. Auf ScreenerHub können Sie Wachstumsfilter direkt in Ihre KGV-basierten Screens integrieren.

Ein Investor analysiert Finanzberichte und Charts an einem Schreibtisch mit Taschenrechner und Kaffeetasse Das KGV ist ein Startpunkt, nicht das vollständige Bild. Kombinieren Sie es immer mit weiteren Kennzahlen.


KGV vs. andere Bewertungskennzahlen

Das KGV ist meist der erste Schritt, aber längst nicht das einzige Werkzeug. So lässt es sich mit anderen Bewertungskennzahlen vergleichen, die Sie auf ScreenerHub nutzen können:

KennzahlFormelGeeignet fürVorteil des KGVsBegrenzung des KGVs
KGVKurs ÷ EPSDie meisten profitablen AktienEinfach, universell, leicht vergleichbarFunktioniert nicht bei negativen oder stark schwankenden Gewinnen
KBVKurs ÷ BuchwertKapitalintensive Branchen wie Banken oder REITsKGV ignoriert die Vermögensbasis
KUVKurs ÷ Umsatz je AktieUnprofitable oder sehr junge UnternehmenKGV berücksichtigt ProfitabilitätKGV ist bei negativen Gewinnen nicht nutzbar
EV/EBITDAEnterprise Value ÷ EBITDAVergleiche von Unternehmen mit unterschiedlicher KapitalstrukturKGV ist einfacherKGV ignoriert Schulden
Kurs/FCFKurs ÷ Free Cashflow je AktieCashflow-orientierte AnalyseKGV basiert auf bilanziellen Gewinnen, nicht auf Cashflow
PEGKGV ÷ GewinnwachstumsrateWachstumsbereinigte BewertungKGV berücksichtigt Wachstum nicht

Wann Sie was verwenden sollten:

  • Starten Sie mit dem KGV, wenn Sie profitable Unternehmen breit screenen möchten.
  • Ergänzen Sie das KBV, wenn Sie Banken, Versicherungen oder Immobilienwerte screenen.
  • Wechseln Sie zum KUV, wenn Sie wachstumsstarke, aber noch unprofitable Unternehmen analysieren.
  • Nutzen Sie EV/EBITDA, wenn sich Unternehmen deutlich in ihrer Verschuldung unterscheiden.
  • Nehmen Sie Kurs/FCF dazu, um zu prüfen, ob gemeldete Gewinne auch von echtem Cashflow getragen werden.

Auf ScreenerHub können Sie all diese Kennzahlen in einem einzigen Screen kombinieren. Ein typischer Qualitäts-Screen nutzt oft KGV und EV/EBITDA und Kurs/FCF gleichzeitig. Jede Kennzahl deckt Schwächen der anderen auf.


KGV-Beispiele aus der Praxis

Abstrakte Kennzahlen werden erst mit echten Beispielen greifbar. Hier sind typische KGV-Profile, die Ihnen beim Screening begegnen:

Der Deep-Value-Kandidat (KGV: 6)

Ein Mid-Cap-Industrieunternehmen notiert bei 30 $ und erzielt ein EPS von 5,00 $. Das niedrige KGV deutet darauf hin, dass der Markt mit stagnierenden oder sinkenden Gewinnen rechnet. Jetzt müssen Sie klären: Ist die Aktie wirklich günstig oder preist der Markt Probleme ein, die Sie noch nicht gesehen haben?

Nächste Schritte: Prüfen Sie Umsatztrend, Verschuldung und aktuelle Earnings Calls. Wenn die Fundamentaldaten solide wirken, nehmen Sie die Aktie auf eine Watchlist.

Der fair bewertete Standardwert (KGV: 16)

Ein Large-Cap-Konsumgüterkonzern notiert bei 80 $ und erzielt ein EPS von 5,00 $. Das KGV liegt ziemlich genau im Bereich des S&P-500-Durchschnitts. Der Markt bewertet das Unternehmen als verlässliches Geschäft mit moderatem Wachstum.

Nächste Schritte: Vergleichen Sie das aktuelle KGV mit dem eigenen 5-Jahres-Durchschnitt. Wenn die Aktie normalerweise bei 20+ gehandelt wird und jetzt bei 16 liegt, könnte es einen temporären Belastungsfaktor geben.

Die Wachstumsprämie (KGV: 35)

Ein schnell wachsendes Technologieunternehmen notiert bei 175 $ und erzielt ein EPS von 5,00 $. Anleger zahlen das 35-Fache des Gewinns, weil sie erwarten, dass sich dieser Gewinn in den kommenden Jahren verdoppelt oder verdreifacht.

Nächste Schritte: Prüfen Sie das Forward KGV. Wenn Analysten erwarten, dass das EPS im nächsten Jahr auf 10 $ steigt, liegt das Forward KGV nur noch bei 17,5 und wirkt deutlich vernünftiger. Wachstum kann ein hohes Trailing KGV rechtfertigen.

Die Value-Trap-Warnung (KGV: 4)

Ein Energieunternehmen notiert bei 20 $ und erzielt ein EPS von 5,00 $. Extrem niedriges KGV. Aber das EPS lag im Vorjahr bei 8 $ und im Jahr davor bei 12 $. Die Gewinne brechen also schnell ein. Das niedrige KGV steht hier nicht für versteckten Wert, sondern für sinkende Profitabilität.

Nächste Schritte: Genau deshalb sollten Sie nie nur nach dem KGV screenen. Ergänzen Sie Gewinnwachstum, Umsatztrend und Margenfilter, um echte Schnäppchen von Problemfällen zu trennen.


So screenen Sie nach dem KGV auf ScreenerHub

Ein KGV-basierter Screen ist in etwa 30 Sekunden eingerichtet:

1. Öffnen Sie das Screener Studio

Gehen Sie zum Screener Studio. Wenn Sie neu sind, startet die Oberfläche leer, also ohne gesetzte Filter.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio — clean starting state with the "Add Filter" button prominent] -->

2. Fügen Sie den KGV-Filter hinzu

Klicken Sie auf Filter hinzufügen und suchen Sie nach "KGV" oder öffnen Sie die Kategorie Bewertung. Wählen Sie dort das Kurs-Gewinn-Verhältnis aus.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio — filter selection panel with Valuation category expanded, P/E Ratio highlighted] -->

3. Legen Sie Ihren Bereich fest

Stellen Sie den Bereich passend zu Ihrer Strategie ein:

  • Value-Screen: 5 – 15
  • GARP-Screen: 10 – 25
  • Breiter Screen: 0 – 30 (schließt negative Gewinne aus)

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Studio — P/E ratio filter configured with range 5–15, showing real-time result count updating] -->

4. Ergänzen Sie weitere Filter

Fügen Sie zwei bis drei weitere Kriterien hinzu, um die Ergebnisse sinnvoll einzugrenzen:

  • Marktkapitalisierung für die Unternehmensgröße
  • ROE für die Qualität der Profitabilität
  • Debt-to-Equity für die finanzielle Stabilität
  • Sektor für Vergleiche innerhalb einer Branche

5. Prüfen und speichern

Sortieren Sie die Ergebnisse aufsteigend nach KGV, damit die günstigsten Aktien zuerst erscheinen. Speichern Sie interessante Kandidaten in einer Watchlist oder speichern Sie den kompletten Screen, um ihn regelmäßig erneut laufen zu lassen.

Pro-Tipp: Richten Sie für Ihre Watchlist-Aktien Monitoring ein, um zu verfolgen, ob sich das KGV aus Ihrem Zielbereich herausbewegt. Das Monitoring Lab von ScreenerHub informiert Sie über Veränderungen bei Ihren Kriterien, damit Sie Bewertungsverschiebungen früh erkennen.

<!-- [SCREENSHOT: ScreenerHub Monitoring Lab — monitoring set tracking watchlist stocks with P/E ratio as a monitored criterion, showing delta changes] -->


Häufige Fragen

Was ist ein gutes KGV bei Aktien?

Ein universell "gutes" KGV gibt es nicht. Der Kontext entscheidet. Ein KGV von 12 kann für einen stabilen Versorger hervorragend sein, für ein schnell wachsendes Technologieunternehmen aber eher unspektakulär. Als grobe Faustregel gilt: Ein KGV zwischen 10 und 20 wirkt bei großen US-Aktien meist moderat. Aussagekräftiger ist jedoch immer der Vergleich mit dem jeweiligen Sektordurchschnitt.

Ist ein hohes KGV gut oder schlecht?

Weder noch, zumindest nicht automatisch. Ein hohes KGV über 25 bedeutet, dass Anleger starkes künftiges Gewinnwachstum erwarten. Liefert das Unternehmen dieses Wachstum, war das hohe KGV gerechtfertigt. Bleibt das Wachstum aus, war die Aktie zu teuer. Hohes KGV bedeutet also vor allem: hohe Erwartungen.

Ist ein niedriges KGV immer ein Schnäppchen?

Nein. Ein niedriges KGV kann auf Unterbewertung hindeuten, aber genauso auf sinkende Gewinne, strukturelle Probleme oder eine Branche im Niedergang. Genau deshalb spricht man bei manchen Low-KGV-Aktien von einer "Value Trap". Kombinieren Sie das KGV immer mit Wachstums- und Qualitätskennzahlen.

Warum haben manche Aktien kein KGV?

Wenn ein Unternehmen negative Gewinne bzw. einen Nettoverlust ausweist, ist das KGV negativ oder undefiniert und damit nicht sinnvoll interpretierbar. Vorprofitablen Unternehmen, Start-ups und zyklischen Unternehmen am Tiefpunkt des Zyklus fehlt daher oft ein brauchbares KGV. Nutzen Sie in diesen Fällen KUV oder EV/Umsatz.

Soll ich das Trailing KGV oder das Forward KGV nutzen?

Für das Screening ist das Trailing KGV besser geeignet, weil es auf tatsächlich gemeldeten Gewinnen basiert. Das Forward KGV ist eine sinnvolle Ergänzung, um Wachstumserwartungen einzuordnen. Wenn das Trailing KGV hoch ist, das Forward KGV aber deutlich niedriger, erwarten Analysten spürbares Gewinnwachstum.

Worin unterscheidet sich das KGV vom PEG-Ratio?

Das PEG-Ratio bereinigt das KGV um Wachstum: PEG = KGV ÷ Gewinnwachstumsrate. Ein PEG unter 1,0 kann darauf hinweisen, dass eine Aktie gemessen an ihrem Wachstum günstig ist. Das reine KGV berücksichtigt die Wachstumsgeschwindigkeit nicht, das PEG schon.

Kann ich auf ScreenerHub nach dem KGV screenen?

Ja. Das KGV gehört zu den beliebtesten Filtern auf ScreenerHub. Sie können exakte Bereiche festlegen, es mit 50+ weiteren Kriterien kombinieren und Ihren Screen speichern, um ihn jederzeit erneut auszuführen. Jetzt mit dem Screening starten →


Weiterlesen

Das KGV ist die wichtigste einzelne Bewertungskennzahl, entfaltet seinen vollen Wert aber erst in Kombination mit weiteren Messgrößen. Diese Themen passen gut dazu:

Was ist das KGV? So nutzen Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um unterbewertete Aktien zu finden | ScreenerHub